Best Practice
von der Produktion in die IT
Andreas

Nach knapp 20 Jahren in der Produktion von Landmaschinenteilen erlitt ich, ein 38-jähriger gelernter Industriemechaniker, in Höhe der Brustwirbelsäule mehrere Bandscheibenvorfälle. Was folgte, waren monatelange Arbeitsunfähigkeit, wochenlange stationäre Rehabilitation und ambulante Physiotherapie. Ich kehrte nach zehn Monaten an meinen alten Arbeitsplatz zurück. Zunehmend reifte in mir die Erkenntnis, dass ich diesen Job nicht auf Dauer bis zur Rente fortsetzen können werde. Nach mehreren gescheiterten Arbeitsversuchen musste ich schließlich auf einen körperlich leichteren Schonarbeitsplatz wechseln. Doch auch hier spielte mein Rücken nicht mehr mit. Es folgten erneute Arbeitsunfähigkeitszeiten und Phasen mit ambulanten Behandlungen. Diese Achterbahnfahrt zog sich über weitere vier Jahre hin, bis ich schließlich den Entschluss fasste, etwas in meinem Erwerbsleben grundlegend zu ändern. Doch stellte ich mir die Frage, wie. Ich meldete meinen BU-Anspruch an und wandte mich gleichzeitig an meinen Berufsunfähigkeitsversicherer mit der Frage nach Unterstützung bei meiner beruflichen Neuorientierung. Der Sachbearbeiter schaltete ReIntra ein, einen medizinisch-berufskundlichen Beratungs- und Reintegrationsdienst. Der Berater von ReIntra nahm Kontakt mit mir auf und besuchte mich vor Ort. Was folgte, waren intensive Berufsberatung und zunächst die Initiierung eines weiteren Gesprächs, diesmal bei meinem Arbeitgeber. Im sogenannten betrieblichen Eingliederungsmanagement setzten sich mein Vorgesetzter, der ReIntra-Berater und ich zusammen und diskutierten betriebliche Ansätze einer Wiedereingliederung. Alle waren sich einig, dass keine passenden Arbeitsplätze in der Produktion vorhanden waren. Alternativen bestanden wenige im Betrieb mit immerhin 500 Mitarbeitern. Unklarheit herrschte bei der Frage, welche Arbeiten ich denn noch verrichten könnte. Mein ReIntra-Berater gab mir die entscheidenden Hilfestellungen. Er: unterstützte mich bei der Antragstellung auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Deutschen Rentenversicherung, begleitete mich zur beruflichen Reha-Erstberatung, setzte eine konkrete 14-tägige Maßnahme zur Berufsfindung und Arbeitserprobung in einem Berufsförderungswerk durch, half mir bei der Interpretation der schulischen und körperlichen Testergebnisse, führte danach erneut Berufsberatung durch. Anschließend folgte ein weiteres Arbeitgebergespräch, diesmal mit einem konkreten Berufsziel. Nach sehr guten Testergebnissen wollte ich Fachinformatiker für Systemintegration werden, allerdings konnte der Arbeitgeber keinen betrieblichen Ausbildungsplatz für mich anbieten. Der Berater von ReIntra suchte in der Region einen passenden Umschulungsbetrieb für den mittlerweile 42-jährigen Andreas. Nach einem Vorstellungsgespräch und einer Probearbeit waren wir und mein Umschulungsbetrieb uns einig, dass beide Seiten zueinander passen. ReIntra klärte mit der Deutschen Rentenversicherung die Kostentragung der kommenden betrieblichen Umschulung. Der ReIntra-Berater riet mir und meinem alten Arbeitgeber, für die Zeit der Umschulung ein Ruhen des Arbeitsvertrages zu beschließen, um eine Rückkehrmöglichkeit in den alten Betrieb offen zu lassen. Ich hatte eine neue Leidenschaft, das Lernen, für mich entdeckt. Ab September 2019 besuchte ich Berufsschule sowie Betrieb und absolvierte meine Umschulung in 24 Monaten. Im Vergleich zu mir haben meine Mitschüler als Auszubildende regulär ein Jahr länger Zeit, den Beruf zu erlernen. Vor diesem Hintergrund organisierte ReIntra einmal pro Woche Nachhilfe, um mir den Einstieg und das Lernen zu erleichtern. Ich schloss Ende Juni 2021 meine Umschulung erfolgreich ab, verließ meinen alten Betrieb und wurde nahtlos vom Umschulungsbetrieb übernommen. Tätigkeit mit kaufmännischen Arbeiten, versetzt mit Außendiensten vor Ort.
